Haus Tao

Die Bodhisattva-Gelübde
 
 
   

 

 
   
   
   

 

 
   
   

 
   
 
   
   
   
   
   
   

 

Die 70 Bodhisattva-Gelübde

der Sati-Zen-Sangha

Ich nehme Zuflucht zu

Buddha

Dharma

Sangha

Die vier Grossen Gelübde

Die Wesen sind ohne Zahl -

     ich gelobe, vereint mit ihnen
  zu erwachen.

 

Die Illusionen sind unermesslich -

     ich gelobe, sie alle zu durchschauen.

 

Der Dharma-Tore sind unendlich viele -

      ich gelobe, sie alle zu durchschreiten.

 

Der Weg des Erwachten ist unübertrefflich - ich gelobe, mit ihm eins zu werden. 

 

Die zehn  Grundregeln

Die Achtundvierzig Ergänzenden Regeln 

1. Töte oder verletze kein Wesen mutwillig und übe Gewaltlosigkeit im Denken, Reden und Handeln.

2. Nimm nichts, was dir nicht gegeben wurde, und übe Grosszügigkeit.

3. Lebe Sexualität in einer verantwortungsvollen Weise, aus Fürsorge für dich und für andere.

4. Sprich ehrlich und ohne zu verletzen, vermeide Klatsch und unnötiges Gerede und übe einfühlsame Rede und mitfühlendes Zuhören.

5. Nimm keine Substanzen ein, die deine Praxis behindern, und übe dich in achtsamem Konsum.

6. Achte andere Praktizierende oder andere Traditionen. Anerkenne, dass Buddha entsprechend der Verschiedenheit der Wesen 84'000 Wege lehrte. 

7. Unterlasse es, dich selbst zu loben und andere abzuwerten. Vermeide bei Kritik durch andere Rechthaberei und Ungeduld. Übe stattdessen Gleichmut und Mitgefühl. Lasse bei Erfolg nicht Stolz und Arroganz in dir aufkommen. 

8. Gehe Menschen, die sich für das Dharma nicht interessieren, nicht aus dem Weg, sondern lebe das Dharma auf stille Weise. Sei dennoch in jedem Augenblick bereit, die Lehre klar und den Umständen entsprechend darzulegen. 

9. Vermeide Ärger und Hartherzigkeit und strebe nach Klarheit und Gleichmut.

10. Würdige stets die Drei Juwelen und versuche sie in allen Lebensbereichen zu manifestieren.

 

II. Die ergänzenden  Regeln

GEMEINSCHAFT

11. Ehre die Gemeinschaft der Dharmabrüder und -schwestern als besonderen Ausdruck der Drei Juwelen.

12. Bemühe dich, allfällige Konflikte zuerst mit der entsprechenden Person zu lösen. Wenn dies zu keinem Verständnis führt, trage es den Lehrenden und bei Bedarf den Ältesten der Gemeinschaft vor.

13. Solltest du über einen Punkt der Lehre Zweifel hegen, so scheue dich nicht, dies den Lehrenden zu unterbreiten.

14. Empfange Belehrungen dankbar und mit wachem Geist.

15. Du bist in die Familie der Shakyas aufgenommen. Steh ihr auch in Zeiten der Not bei.

 

ALLTÄGLICHE PRAXIS UND ZEREMONIEN

16. Bemühe dich, dein Verständnis des Dharma stets tiefer werden zu lassen.

17. Folge in deiner Praxis, soweit dies zweckmässig und möglich ist, den überlieferten Formen unserer Traditionslinie.

18. Widme dich dem Studium unserer Traditionslinie und unserer geistigen Vorfahren und bringe die Wertschätzung für die dir vermittelten Lehren und für die Lehrenden durch Engagement zum Ausdruck.

19. Betrachte andere Lehrmethoden als Ergänzung und benutze sie nicht zur Befriedigung von Neugier und Besitzstreben.

20. Trage zur Meditation nach eigenem Ermessen die Sanghati-Robe und rezitiere das Sanghati-Gatha.

21. Achte auf das mögliche Entstehen von Stolz und Überheblichkeit durch das Tragen der Robe.

22. Bemühe dich, die Sati-Zen-Puja täglich abzuhalten.

23. Bemühe dich um eine tägliche Meditationspraxis.

24. Bemühe dich um eine tägliche Zeit äusseren und inneren Schweigens.

25. Bemühe dich um ein regelmässiges Studium der Schriften nach den Richtlinien unserer Sangha.

26. Kontempliere die Bodhisattva-Gelübde regelmässig, jedoch mindestens einmal im Monat.

 

ÖFFENTLICHES AUFTRETEN

27. Bemühe dich um den Herzgeist des Buddha. Suche keine Selbstverwirklichung durch  Wirken in der Öffentlichkeit.  

28. Sei dir deiner Rolle als Vertreter/Vertreterin des Buddha-Dharma und der damit verbundenen Vorbildfunktion bewusst.

29. Lehre nur dann, wenn du darum gebeten wirst und in Absprache mit den Lehrenden.

30. Prüfe, ob du an einem öffentlichen Anlass, an dem du als Vertreter/Vertreterin von Buddhas Lehre teilnimmst, für das Wohl anderer oder deiner selbst eine Robe trägst.

31. Wenn du Belehrungen gibst, dann achte darauf, dies in einer den Zuhörenden angepassten Form zu tun.

32. Berücksichtige bei der Abhaltung von öffentlichen Zeremonien die traditionelle Form sowie das Verständnis und religiöse Empfinden der Teilnehmenden.

 

LEBENSERWERB

33. Suche wahre Zuflucht nicht im beruflichen Erfolg, sondern in den Drei Juwelen.

34. Richte dein Leben so weit wie möglich auf die Praxis des   Dharma aus.

35. Sorge selbstverantwortlich für deinen materiellen Unterhalt. Erwarte nicht, dass deine Sangha finanziell für dich aufkommt.

36. Die ausschliessliche Arbeit für Buddha, Dharma und Sangha ist nur dann sinnvoll, wenn dies die finanzielle Situation gestattet und für die Gemeinschaft erforderlich ist.

37. Lehre nicht aus der Absicht heraus, deinen finanziellen Lebensunterhalt zu bestreiten und prüfe deine Motivation zu lehren immer wieder neu.

38. Gehe mit Dana verantwortungsvoll um: Lass dich in deinem Lehren nicht durch Geld korrumpieren und manipuliere die Zuhörenden nicht zu deinen Gunsten. Nimm das Dana, das dir gegeben wird, dankbar und bescheiden an.

39. Nimm eine Arbeit an, die mit der Lehre vereinbar ist. 

40. Sei niemals zu stolz, auch einfachste oder unangenehme Arbeiten selbst auszuführen. Dies ist ein hilfreiches Mittel gegen Eigendünkel.

 

LEBENSFORM

41. Suche wahre Zuflucht nicht in Partnerschaft und Familie, sondern in den Drei Juwelen.

42. Mache deine Lebensform zu einem Mandala der Praxis. Menschen, Tiere und Pflanzen können immer ein Übungsfeld für Verstehen und Liebe sein; bringe ihnen entsprechende Wertschätzung entgegen.

43. Zölibatäre und nicht-zölibatäre Lebensformen sind gleichwertige Modelle und  offenbaren gleichermassen dein Verständnis von Buddha, Dharma und Sangha.

 44. Respektiere die Religion deines Partners, deiner Partnerin, deiner Kinder und deiner Mitmenschen ebenso sehr wie die Drei Juwelen.

 

BESITZ

45. Suche wahre Zuflucht nicht in in Äusserlichkeiten, Geld und Besitz, sondern in den Drei Juwelen.  

46. Ein jeglicher Besitz ist dir nur geliehen. Sei frei von Anhaftung daran. 

47. Die Welt, in der du lebst, ist dein Tempel. Behandle ihn als Wohnstätte des Buddha.

48. Verzichte bewusst auf die Anhäufung von materiellem Besitz zur Befriedigung persönlicher Wünsche.

49. Verwende deinen Besitz nur soweit für dich selbst, als du es tatsächlich benötigst. Bedenke dabei auch selbstverantwortlich Alter und Krankheit. Was du nicht benötigst, lass der Gemeinschaft oder Hilfsbedürftigen zukommen.

50. Suche wahre Zuflucht nicht in Äusserlichkeiten, sondern in den Drei Juwelen. Nicht das Äussere macht dich zum Bodhisattva, sondern dein mitfühlendes Herz.

51. Trage deine alltäglichen Kleider so, wie du eine Robe tragen würdest.

52. Besitze nicht mehr Kleider und Roben, als du benötigst.

53. Fertigst du neue Roben an, dann wähle diejenigen unserer Tradition.

54. Bewahre den Geist der Einfachheit und Genügsamkeit. Nicht das Äussere macht dich zum Bodhisattva, sondern dein mitfühlendes Herz.