Haus Tao

Sati-Zen-Mönchs- und Nonnen-Weg
   

 

Zen-Tradition

  Sati-Zen-Noviziat
  Nähen als Übung
   

 

Sati-Zen-Geist
  Sati-Zen-Sangha
   

 
   
 
   
   
   
   
   
   

 

Sati-Zen-Mönchs- und -Nonnen-Weg

 

 

Der Sati-Zen-Mönchs- und -Nonnen-Weg

Der zen-priesterliche Weg ist eine klare Alternative zu einem rein weltlichen Leben, das primär auf die persönlichen Vorlieben und Abneigungen ausgerichtet ist. Einfachheit ist ein zentraler Punkt in der buddhistischen Praxis; bewusste Selbstbeschränkung bietet ein ideales Übungsfeld, den eigenen Geist und seine Gewohnheiten zu transformieren und das Dharma zur Inspiration anderer als Licht in die Welt zu tragen. Zur Schülerschaft und Vorgehensweise finden Sie weitere Informationen hier.

Tradition und Hintergrund

Die Sati-Zen-Mönchs- und -Nonnenweihe orientiert sich am japanischen Zen-Pristerinnen- und -Priestermodell. Im Westen hat sich auch der Begriff  "Zen-Mönch", "Zen-Nonne" eingebürgert. Dabei muss beachtet werden, dass die buddhistischen  Mönche in Japan seit 1872 heiraten können. Die Bodhisattva-Gelübde ersetzen seit dieser Zeit die ursprünglich 227 Mönchsregeln bzw. die 311 Regeln für die Nonnen.

Die Bodhisattva-Gelübde haben ihren Ursprung im Brahma-Net-Sutra (Brahmajala Sutra). Darin werden die 10 Haupt- und 48 kleineren Gelübde erläutert.

In der japanischen Tradition sprechen wir von zwei Formen der todoku (pravrajya) (Ordination):

  • zaike todoku als „zu Hause verweilen und den Weg verwirklichen“ (dies entspricht bei uns dem Eintritt in den Orden Sati-Zen).

  • shukke todoku als „in die Hauslosigkeit gehen und den Weg verwirklichen“. (Dies entspricht bei uns dem Nonnen- bzw. Mönchs-Weg oder Zen-Priester-Weg).

Die japanische Ordination hat oft nur wenige Gelübde, mehr oder weniger Verkürzungen der traditionellen Bodhisattva-Gelübde, im Sati-Zen-Mönchs- und Nonnen-Weg dagegen insgesamt 71.

Ob wir uns nun dafür entscheiden, „in die Hauslosigkeit zu gehen“ oder nicht, soll nicht auf persönlichen Vorlieben beruhen, sondern es soll derjenige Weg bevorzugt werden, der uns am meisten in unserer Ego-Transformation fördert. Bis anhin haben wir vielleicht versucht, die Lehre des Buddha unserem Ego anzupassen. Nun begeben wir uns auf einen Weg tiefen Vertrauens und der Hingabe und sind bereit, uns vom Buddhaweg transformieren und dabei uns vom Lehrer unterstützend "formen" zu lassen. "Hauslosigkeit" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung und wird zu einer inneren Ausrichtung und Lebenshaltung.

In der Sati-Zen-Sangha alle Praktizierenden gleichgestellt und wir bezeichnen alle als Ordinierte. Die Sati-Zen-Weihe umfasst die:

  • 3-fache Zuflucht

  • 5 Ethischen Grundlagen

  • 9 Pfeiler

  • 4 Grossen Gelübde

Als Übung übernehmen die Zen-Mönche und Zen-Nonnen jedoch insgesamt 71 Gelübde, also zusätzlich die:

  • 10 Hauptgelübde (darin sind die 5 Ethischen Grundlagen nochmals enthalten)

  • 43 Ergänzende Gelübde

Das Sati-Zen Noviziat

Als Zen-Novizinnen und -Novizen bereiten wir uns auf die Ordination vor. Es ist eine Zeit tiefer Prüfung bezüglich unseres Vertrauens (shardda) in die Lehre des Buddha, in unseren Lehrer und in die eigene Kapazität.

Zu dieser Vorbereitung gehören unter anderem:

  • Das Nähen des Rakusu (kleine symbolische Robe des Buddha)
  • Das Erlernen der Zeremonien und des Tempellebens
  • Das Nähen der Sanghati-/Kasaya-/Okesa-Robe
  • Das Studium der 71 Gelübde
  • Das schriftliche Überprüfen des eigenen Verständnisses der Lehre
  • Die Einweihung in das Sati-Zen-Mandala
  • Das Erlernen eines persönlichen Weges, z.B. Teeweg usw.
  • Das Leben einer Zen-Nonne / eines Zen-Mönchs (Theorie und Praxis)

Beispiel: Nähen einer Sanghati-Robe

Der Zen-Weg erscheint auf den ersten Blick oft sehr paradox. Einerseits gehen wir davon aus, dass wir alle die Buddha-Natur "besitzen", andererseits besteht der Weg des Buddha aus einer langen Übung, alte Gewohnheiten zu transformieren und dadurch zu dieser Einsicht zu gelangen. Dies kommt im „Gesang zur Erleuchtung“ von Ch‘an-Meister Yung-chia zum Ausdruck:

Wenn wir plötzlich erwachen, sind die sechs Paramitas und alle guten Taten bereits vollendet.

Mit dem Erkennen der Leerheit aller Phänomene suchen wir unser „wahres Selbst“ nicht mehr am falschen Ort. Mit dieser Haltung beginnen wir „der Leerheit Form zu geben“: Wir nähen als erstes das „Flickengewand des Buddha“.

 
 

Sanghati-Gatha

 

Grosses Gewand der Befreiung

Symbol für das Feld der Verdienste

Jenseits von Form und Leerheit

Indem wir die Robe des Buddha tragen

Geloben wir

Mit allen Wesen zu erwachen.

Dass es sich dabei um einen Übungsweg der paramitas (Vollendungen) handelt, erläutert uns Zen-Novize Klaus:

"Der Hauptteil der Sanghati-Robe besteht aus 21 verschieden langen Stoffstücken, die in Handarbeit und mit einem bestimmten Nähstich zusammen genäht werden, wobei das ganze Bild dann an ein Reisfeld erinnert, da die großen Flächen immer von einem Steg von 25 mm umgrenzt werden und versetzt zusammengenäht werden, so wie zwischen den Reisfeldern immer schmale Gehwege sind, die ja auch als Dämme für das Wasser dienen.
Eine Nähübung beginnt immer mit einer kurzen Rezitation, dann 3 Niederwerfungen. Beim Nähen nehmen wir bei jedem Stich Zuflucht zu einem der 3 Juwelen. Meist nähen wir ca. 2 Stunden am Stück. Der Beginn einer Naht braucht meist besonders viel Aufmerksamkeit, meistens merke ich erst nach den ersten schwierigen Stichen, dass ich vergessen habe, dabei Zuflucht zu nehmen. Fließt das Nähen, ist es leichter. Auch der Abschluss einer Nähsession endet wieder mit 3 Niederwerfungen.
Es ist wirklich ein Übungsweg. Natürlich sieht man nachher und für alle "Ewigkeit" die Unkonzentriertheiten, die "Fehler" und wann der Geist gesammelt war. Es ist ein Weg der Übung der paramita Geduld und Tatkraft und auch in gewisser Weise, einen Frieden damit zu finden, wie die Dinge im Moment sind."

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