Haus Tao

Sati-Zen
 

Die Sati-Zen-Sangha (Zen-Gemeinschaft der Achtsamkeit) verbindet die traditionelle Praxis der Achtsamkeit mit der nicht-dualistischen Perspektive des Zen und deren Betonung der Umsetzung im Alltag. Sie hat ihre spezifische Ausformung und kann nur schwer mit anderen Zen-Traditionen verglichen werden.

Sati ist Pali und bedeutet Achtsamkeit.
 

Zen
betont die grundlegende “Nicht-Dualität” und weist direkt auf unsere innewohnende Buddha-Natur.

Sangha
ist hier die Gemeinschaft aller Praktizierenden.

Das Ziel aller buddhistischen Lehren ist das Nicht-Anhaften und die Verwirklichung von Weisheit und gelebtem Mitgefühl.

 

In den 9 Pfeilern der Sati-Zen-Sangha wird dies konkretisiert und praktisch erläutert. Das Buch "Die Buddhas der Zukunft" von Marcel Geisser erläutert die 9 Pfeiler anhand zahlreicher Beispiele und gibt einen vertieften Einblick in den Sati-Zen-Geist.  

Um an den verschiedenen Kursen im Haus Tao teilnehmen zu können, braucht man keiner bestimmten Religion oder buddhistischen Tradition anzugehören. Dennoch geben wir hier einen kurzen Einblick in den geistigen Hintergrund, aus dem wir unsere Lehrmethoden schöpfen:

 

Der Sati-Zen-Geist des Bodhisattva

Das Leben ist traumgleich, die Phänomene leer von jeder Eigenexistenz und letztlich gibt es keine lebenden Wesen zu befreien, da dieses Konzept nur aufgrund unserer Täuschung entsteht. Da die lebenden Wesen ihre wahre Natur nicht erkennen, entstehen die vielfältigen Welten des Leidens. Aus diesem Wissen heraus entsteht tatkräftiges Mitgefühl, entfaltet sich zum Wunsch nach der Befreiung aller Wesen (Bodhicitta) und vollendet sich in den praktischen Belangen unseres Alltags. Dies ist der Weg des Bodhisattva.

Im Zen fassen wir das in drei Grundgedanken zusammen:

  • Übles zu vermeiden

  • Gutes zu tun

  • Dies mit anderen Wesen zu verwirklichen

Der Sati-Zen-Geist des/der Bodhisattva kennzeichnet sich durch eine offene, liberale Haltung, durch Anpassungsfähigkeit an Zeit und Ort, ohne den essentiellen Inhalt zu verlieren.

  • Übles vermeiden

Das vielfältige Leiden in der Welt entsteht aus Gier, Aversion und Verblendung. Aus der Verblendung resultiert der Kreislauf der Egozentrik. Ist dieses Gesetz einmal erkannt, erweckt der Wunsch, sich und andere aus diesem Kreislauf der Egozentrik zu befreien (Bodhicitta) und den Frieden des Geistes zu realisieren.

 

Motivation

 

Unsere anfängliche Motivation, den Weg des Buddha zu betreten, mag gemischt sein: Theoretisch mögen wir ihn als richtig erkannt haben, praktisch bleiben wir jedoch oft lieb gewordenen, selbstischen Gewohnheiten verhaftet und verhindern dadurch eine umfassende Befreiung.

 

Praxis/Weg

 

Gemäss unseren mitgebrachten karmischen Bedingungen und unserem Vertrauen sind wir in der Lage, den Weg mit mehr oder weniger Intensität zu praktizieren. Das Vertrauen ist dreifacher Art:

- Vertrauen in die eigene Kapazität

- Vertrauen in die Lehre des Budhha

- Vertrauen in die Lehrenden

 

Vertrauen in die Lehrenden bzw. die Lehrer-Schüler-Beziehung ist dann besonders hilfreich und sinnvoll, wenn wir uns aus den selbstischen Gewohnheiten befreien möchten, wenn es uns also um mehr geht als um Meditation zur Entspannung, für Zeiten der Stille oder eine weitere interessante Beschäftigung in unserem sowieso schon überfüllten Leben.

 

Frucht

 

Das Ziel beziehungsweise die Frucht des Weges ist die Buddhaschaft, die vollkommene Befreiung aus der Welt der Illusionen und der Egozentrik. Hier sind Weisheit und Mitgefühl eins.

  • Gutes tun


Die Entwicklung der 10 Vollkommenheiten (paramitas) ist der eigentliche Weg des Bodhisattva:

1.  Dana - Grosszügigkeit
2.  Sila - Ethisches Handeln
3.  Ksanti - Herzensweite und Geduld
4.  Virya - Entschlossenheit und Tatkraft
5.  Dhyana - Meditation, Verweilen in Offenheit
6.  Prajna - Weisheit, Einsicht in die Leerheit
7.  Upaya - Geeignete Mittel
8.  Pranidhana - Bodhisattva-Gelübde

9.  Bala - Besondere Kräfte
10. Jnana - Verweilen in der Buddhanatur

  • Dies mit anderen Wesen zu verwirklichen

Der Wunsch, auch die Gemeinschaft als Übungsfeld vermehrt einzubeziehen und spirituelle Freundschaft als erweiterte Übung des Bodhisattva-Weges zu sehen, ist ein möglicher Zeitpunkt zum Beitritt in die Sati-Zen-Sangha.

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