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Haus Tao

Metta-Retreat

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Die Bramhaviharas

 

4-teiliger Zyklus:

16. - 19. Februar mit Christoph, Ulrike und Marcel

10. - 13. Mai mit Dagmar, Ulrike und Marcel

30.8. - 2. September mit Klaus, Ulrike und Marcel

6. - 9. Dezember mit Marcel und Ulrike

 

Bramhaviharas
Vier Grenzenlosen Geistzustände
Die Vier Unermesslichen
Die göttlichen Verweilungszustände

Thich Nhât Hanh: Wenn du lernst, Liebe, Freude und Gleichmut zu praktizieren, wirst du wissen, wie die unheilsamen Geistzustände von Zorn, Kummer, Unsicherheit, Traurigkeit, Hass, Einsamkeit und Anhaften zu heilen sind!

Wenn im Sprachgebrauch vieler Meditationsmeister von metta – Liebe, Wohlwollen – die Rede ist, bezieht sich das oft auf die Praxis aller vier brahmavihara oder göttlichen Emotionen zugleich: Liebe wird motiviert durch Mitgefühl, genährt von Mitfreude, in der Balance gehalten von Gleichmut.

 

1. Teil: Metta - Liebende Güte

Liebende Güte entwickeln
Wenn ich mich selbst nicht lieben kann, wie soll ich dann andere lieben? – Allen Wesen ist der tiefe Wunsch nach Glücklichsein zu eigen. Dieser Wunsch hat grundsätzlich nichts Egoistisches – die leidvolle egoistische Tendenz entsteht erst durch unsere Ichbezogenheit aufgrund von Unwissenheit, Gier und Aversion. Wahres Glück lässt sich jedoch nicht unabhängig vom Glück unserer Mitmenschen realisieren. Der "göttliche Verweilzustand" (brahmavihara) der Liebenden Güte, metta ist ein heilsamer Geisteszustand, der aus dieser Erkenntnis entspringt. An diesem Wochenende werden wir Liebende Güte in der Theorie kennen lernen und sie in formaler Meditations-Praxis gezielt trainieren. metta-Meditation ergänzt und unterstützt die Praxis der Achtsamkeit in idealer Weise – Metta ist immer ein Bestandteil von Achtsamkeit (sati); Achtsamkeit ohne liebende Güte ist nicht Achtsamkeit. Wenn es uns gelingt, uns in unserem Alltagsleben immer wieder daran zu erinnern, erleben wir möglicherweise recht bald die wohltuende und heilsame Wirkung von metta auf uns selbst und unsere Umwelt.

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2. Teil: Karuna - Mitgefühl

Mitgefühl wahrnehmen und kultivieren
Wenn ich sehe, dass ein kleines Kind beim Laufenlernen hinfällt, möchte ich ihm spontan helfen, wieder aufzustehen oder es trösten, wenn es weint. Ich fühle mit ihm mit, in Erinnerung an die eigene schmerzliche Erfahrung.
Dies nennen wir oft auch Empathie. Dieses Mitgefühl bringt wiederum ein Gefühl von liebevoller Güte hervor, motiviert metta. Der heilsame Geisteszustand des Mitgefühls, karuna beeinflusst also die Kultivierung der anderen heilsamen Geisteszustände. Und so verwundert nicht, dass z.B. der Dalai Lama sagt: „Mitgefühl ist der Schlüssel für eine gerechte und friedvolle Welt.“ Thich Nhat Hanh beschreibt Mitgefühl als „die Absicht und die Fähigkeit, das Leiden anderer Lebewesen zu lindern.“ Auch hier gilt, erst einmal Mitgefühl für sich selbst zu kultivieren, zu lernen, mitfühlend mit den eigenen Schwächen und „Fehlern“ umzugehen und diese nicht abwertend zu verurteilen oder sie zu leugnen. Aus dem mitfühlenden Umgang mit sich selbst erwächst und stärkt sich die Fähigkeit, das Leiden anderer Menschen / Wesen zu erkennen und hilfreich darauf zu reagieren.

Bodhicitta
Bis jetzt haben wir vom "relativen Mitgefühl" gesprochen, das zwar aus dem Herzen kommt, aber noch nicht die tiefere Weisheit verwirklicht hat. Marcel wird in seinem Vortrag über relatives und absolutes Mitgefühl sprechen und somit die relative Empathie in die spirituelle Dimension des bodhicitta überführen: tiefstes Mitgefühl für den unerleuchteten Geist und den tiefen Wunsch nach der eigenen Befreiung genauso wie nach der Befreiung von allen fühlenden Wesen. Dies ist der Beginn des Weges der Bodhisattvas.

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3. Teil: Mudita - Mitfreude

Wie können wir Freude für einen anderen Menschen empfinden, wenn wir nicht Freude für uns selbst verspüren können? Oft ist unser Geist darin geübt, zu sehen, was uns fehlt und was - zumindest in unserer Vorstellung - die andern haben und wir auch gerne hätten. Dies bringt den Gegenpol von Mitfreude hervor: nämlich Neid. Neid ist ein unheilsamer Geistzustand und bringt uns und andern Leiden.

Die Entwicklung von mudita beginnt durch die Hinwendung des Geistes auf das, was im Moment für uns gut ist, möge dies noch so gering sein. Kann ich die Momente erkennen, in denen Freude in mir ist? Kann ich diese Momente wertschätzen und genießen und auch spüren, dass in solchen Momenten kein Neid, keine Eifersucht da ist? Wenn ich für einen Moment mit mir und meinem Leben in Einklang bin, wende ich mich innerlich auch anderen Menschen zu. Dabei gilt es zu verstehen, dass etwas, was eine andere Person glücklich macht, nicht dasselbe sein muss, was einen selbst glücklich macht. Man muss also von den eigenen Vorstellungen absehen und versuchen, die Freude des anderen wirklich zu verstehen und nachzufühlen – sich einzufühlen.

Einer alten Lebensweisheit zufolge wird Liebe nicht weniger, wenn man sie „verschenkt“, sondern vervielfältigt sich im Gegenteil! Genauso ist es mit Mitgefühl, Freude und Frieden: indem ich lerne, mich über das Glück und den Erfolg anderer Menschen mitzufreuen, kultiviere ich ein „großes, weites Herz“ und werde frei von Engstirnigkeit und Groll, von Neid und Eifersucht.

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4. Teil: Upeksha - Gleichmut

Das Üben und Kultivieren von metta, karuna und mudita vervollkommnet sich in der Entwicklung von upeksha, Gleichmut, der Ruhe des Geistes, heiterer Gelassenheit, innerem Gleichgewicht. Die anderen brahmaviharas verdanken ihre Grenzenlosigkeit dem Gleichmut. Wenn wir gleichmütig sind, machen wir keinen Unterschied in unserer Liebe.

Diese Lehre berührt unser edelstes Wollen; aber unsere starken Gewohnheiten stehen ihm entgegen. Um diese Gewohnheitsenergien zu transformieren und diese edle Motivation zu verwirklichen, rät der Buddha uns:

  • auch angesichts grober Worte Gleichmut zu bewahren
  • zu lernen, keine Verärgerung, Verbitterung oder Enttäuschung zu kultivieren
  • angesichts eines Lobes freudige Aufregung oder Stolz als vergänglich anzusehen

Die Übung beginnt ganz im Kleinen. Für gewöhnlich sind wir in den Regungen von angenehm/unangenehm gefangen. Gleichmut ist eine Geisteshaltung jenseits davon. Sie entwickelt sich aus der Einsicht, dass es unmöglich ist, das Leben letztendlich zu kontrollieren, da es unendlich vernetzt funktioniert und daher eine gewisse Unberechenbarkeit Teil unserer Erfahrung ist und bleiben wird.

Die Entwicklung von Gleichmut beginnt in der Entwicklung von Toleranz: Raum in uns zu schaffen auch für unangenehme Empfindungen. Daraus entwickeln wir ein tiefes Verständnis für das Entstehen und Vergehen aller Dinge. Erst wenn die Leerheit realisiert ist, ist upeksha vollkommen. Nicht umsonst ist Gleichmut der letzte der sieben Erleuchtungsfaktoren. Langsam entsteht Gleichmut auch in Bezug auf uns selbst. Das sonst so zentral Empfinden des Ego wird nicht mehr so dauerhaft wichtig. Die Türe von Freiheit und Angstlosigkeit öffnet sich: wir erleben Glück und Unglück voll und ganz, ohne uns mitreißen zu lassen, ohne uns damit zu identifizieren.

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Tagesablauf

Der Tagesablauf orientiert sich im Großen und Ganzen an den Zeiten eines regulären Retreats. Meditation im Sitzen wird ergänzt durch Gehmeditation; angeleitete Metta-Meditation und Vorträge bilden die Grundlage zur Entwicklung einer eigenen Metta-Praxis.

Der Kurs findet vorwiegend im Schweigen statt; die äußere Stille unterstützt die innere Ruhe und Klarheit

Marcel Geisser wird für eine Frage-Antwort-Stunde sowie für Einzelgespräche zur Verfügung stehen!

Teilnahmebedingungen

Interesse am Kennenlernen eines „Heilmittels“ für sich selbst und für die Beziehungen zu unseren Mitmenschen und zu unserer Umwelt ist die ideale Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Wochenende. Retreaterfahrung ist willkommen, aber keine Bedingung.

Leitung:  siehe Lehrende

 

Beginn: jeweils Donnerstag, 19.00 h mit einem leichten Nachtessen
Ende: Sonntag, 14.00 h
nach dem Mittagessen

Kosten: 4 x Fr. 230.- (€ 190.-) für Unterkunft, Verpflegung und Organisation.

(Der Eurokurs wurde mit Fr. 1.20 berechnet. Abweichungen werden vor Ort beglichen)

In den Kursgebühren nicht enthalten ist das Honorar für die Lehrenden (Dana): 

Dana

 Entsprechend der buddhistischen Tradition
fordern die Lehrenden kein festes Honorar. Dieses wird von den Kursteilnehmenden nach freiem Ermessen am Ende des Kurses gegeben.

 

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