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von Dharmacharya Marcel Geisser

 
Nonnenprojekt im Ladakh
       
  Marcel und die Nonnen von Mahabodhi   Haus Tao -Mahabodhi Ladakh
Zwei Buddhistische Meditations- und Studienzentren im Austausch

Zen-Geist Nr. 1 - September 97

Letzten Mai erhielten wir im Haus Tao überraschend Besuch von Bhikkhu Sanghasena aus Ladakh. Er ist der Initiator des Mahabodhi Meditationszentrums und etlicher daran angegliederter Sozialprojekte. Aus dieser Begegnung entstand eine Zusammenarbeit welche vorerst darin bestand, dass Marcel ein Retreat und einen Vortrag in Leh gab und das Projekt persönlich kennenlernte.

    Das Mahabodhi Meditationszentrum liegt etwas ausserhalb von Leh in einer völligen Stein- und Sandwüste. Das grosse Landstück wurde Sanghasena von der Regierung geschenkt. Kaum aber hatten sie 1990 mit dem ersten Bau begonnen, entsprang mitten in diesem Nichts eine Quelle. Dass da Buddha persönlich seine Hände im Spiel hatte, war klar!
Das Mahabodhi Meditationszentrum umfasst folgende Projekte: eine Schule für mittellose Kinder, oft aus überaus ärmlichen Familien oder gar Waisen. Im neu errichteten Internat wohnen 75 Mädchen. Mitten im Tal steht ein kleines Altersheim für besonders arme und gebrechliche Menschen, die keine Angehörigen haben, welche Betreuungs- und Pflegearbeit leisten können. Hinter dem recht grossen Meditationszentrum und Gästehaus wird intensiv an einem Spital gebaut. In der oberen und hintersten Ecke am Fuss der Felsen liegt ganz für sich des kleine Nonnenkloster.

Die Situation der Nonnen in Ladakh

Ordinierte Nonnen in Ladakh sind von der buddhistischen Schulung und dem Praktizieren in einer klösterlichen Gemeinschaft aus-geschlossen. Sie geniessen keinerlei Anerkennung in der Dorfgemeinschaft als Trägerinnen der Buddhistischen Lehre und dürfen auch keine Rituale ausführen. Dementsprechend erhalten sie von der Bevölkerung keine finanzielle Unterstützung. So verbringen sie ihr Leben in der eigenen Familie als Putz-, Erziehungs- und Betreuungshilfe.
Bhikkhu Sanghasena bietet somit mit der Errichtung eines Nonnenklosters eine noch nie dagewesene Chance für Frauen in seinem Land an, welche sich vollumfänglich dem religiösen Leben hingeben wollen. Das Haus Tao möchte insbesondere dieses zukunftsweisende Projekt unterstützen. Als Zentralstelle der
INEB Schweiz (Int. Netzwerk engagierter BuddhistInnen) hatten wir Anfragen für Freiwilligenarbeit in Asien. Das traf sich gut, und so erhielten wir bald die Zusage von Ruth Wetter aus Zürich, für mindestens ein halbes Jahr die jungen und unerfahrenen Nonnen zu betreuen, ihnen Englisch zu lehren und sie bei der Gestaltung des Alltags in jeder Hinsicht zu unterstützen. Dieses Voluntariat soll wenn immer möglich auch zukünftig über das Haus Tao gewährleistet werden. Auch sind wir auf der Suche nach Patenschaften für einige der Nonnen.
Mit 500.- $ kann eine Nonne während einem Jahr leben, wohnen und ausgebildet werden! Leider müssen die Lehrkräfte teilweise von aussen zugezogen werden, was mit Kosten verbunden ist. Ausser Englisch lernen sie die tibetische Schrift und Pali von einem ansässigen Geshe. Zur Grundausbildung gehören natürlich das Studium der Vinaya und der buddhistischen Schriften. Auch brauchen sie Geld für die Verbesserung der Küche und der Toiletten. Bei minus 30 - 40 Grad sind auch für Ladakhis die Freilufttoiletten eine Qual... Was sicherlich auch interessant sein könnte: man kann die Nonnen natürlich besuchen und im Mahabodhi Meditationszentrum wohnen.

Weitere Inforamtionen zur Mahabodhi Ladakh hier oder Engagierter Buddhismus hier