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von Beatrice Geisser-Knechtle

 

Buddhismus im Westen:
Ein Besuch in Throssel Hole, England

Zen-Geist Nr. 1 - September 97
Beatrice Geisser-Knechtle

Anlässlich unserer Englandreise im Juli dieses Jahres (siehe dazu “Chronik”) entschloss ich mich, das Buddhistische Zen-Kloster “Throssel Hole” (jap. Soto-Zen) zu besuchen. Das “Kloster der Buddhistischen Kontemplativen” wurde 1972 von Meisterin Jiyu-Kennett gegründet, nachdem sie sich als eine der ersten westlichen Frauen als Nonne in Japan einer harten Schulung unterzogen hatte. Als durch und durch emanzipierte Frau prägte sie eine geschlechtlich gleichberechtigte Klostergemeinschaft, welche heute in England aus über 37 Mönchen und Nonnen besteht. Sie setzte ihre Kreativität in den Dienst einer Synthese von Buddhistischen Grundlagen und westlichen Traditionen. So schuf sie als ehemalige Organistin eine neuartige Kombination von traditionellen Buddhistischen Rezitationstexten mit gregorianischer Musik. Sie betonte, dass “die Praxis einzig und allein der Suche nach dem Ungeborenen, Ungeschaffenen und Unsterblichen diene” und nicht mit kultureller Imitation zu verwechseln sei. Beispiele dieser Art hinterlassen ein Erahnen von weitreichend noch unausgeschöpften Möglichkeiten, die Wurzeln unserer Kultur - welche ja stark die gefühlsmässige Seite des Menschen ausmachen - in unseren spirituellen Weg zu integrieren.